1898 Halle a. Saale

Meine Eltern hatten Verbindung aufgenommen in Halle a. Saale betr. Kaufes einer Gastwirtschaft. Der Kauf kam zustande. Ostern 1898 zogen meine Eltern nach Halle a.Saale. Aber es war ein Reinfall für meine Eltern. Es verkehrten dort Leute zweifelhaften Rufes. Es war dies das „Ritterschlößchen“, Ritterstraße im Centrum der Stadt. Kam ich aus der Schule nach Hause, mußte ich in der Gaststube mithelfen und hörte oft die unsittlichsten Reden.

Bald pachteten meine Eltern dann ein Lokal in der Straße „Steg“ Haus Nr. 3. Es war besser. Doch hier mußte ich auch tüchtig mit dran. Ob Sommer oder Winter, früh 5 oder 1/2 6 Uhr aufstehen, Gaststube reinigen, Gläser waschen, Büffet in Ordnung bringen.
Um 7 bzw. 8 Uhr in die Schule. Als es einmal nicht so klappte, wie mein Vater es wollte, bekam ich von ihm eine Ohrfeige, daß die linke Gesichtshälfte, Ohr, Auge, Nase, etwa 3 Wochen lang vollständig verschwollen war und heftig schmerzte.

Ich hatte überhaupt unter dem Jähzorn meines Vaters viel zu leiden. Wenn ich mich nachmittags drücken konnte, war ich mit Kameraden an bzw. auf der Saale, um zu rudern usw. Einmal hätte uns beinahe ein Dampfer umgeworfen. Sehr eng befreundet war ich mit einem gewissen Alfred Schulze. Wir hatten auch die Absicht, auf die Unteroffiziersschule in Marienberg in Sachsen zu gehen.


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