September 1918

Es begann nun wieder das gewohnte Leben. Einzige Abwechslung brachte der Dienst im Gymnasium und Theater bis wir am 13.Sept. plötzlich wieder eine Dienstreise zum II.Batl. nach Kamenka machen mußten. Am genannten Tage fuhren wir mit einem Wolgadampfer nachts 1/2 3 Uhr in Kachowka ab. Um 11 Uhr sollte das Schiff da sein, doch nach echt russischer Weise kam es so spät. Wir hatten guten Platz erhalten und konnten 3 Stunden schlafen.

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August 1918

Am Sonntag, den 4.August 18 geschah etwas peinliches für uns. Es war Feldgottesdienst und die Musik dazu laut Rgt.Befehl zum Dienst befohlen. Da der Chorführer Untoffz. Graubner, der Feldwebel Musikleiter Buschmann war auf Urlaub, den Befehl nicht gelesen hatte und eine Ordonanz zu spät geschickt wurde, so war die Folge, daß die Musik zu spät zum Gottesdienst kam, wofür alle 3 Tage Arrest erhielten. Da jedoch keiner von uns Vorstrafen hatte, so blieb es bei einem strengen Verweis.
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Juli 1918

So kam der 6.Juli heran, an welchem Tag wir wieder eine Dienstreise machten zum II.Batl. nach Kamenka. Wir fuhren bereits am 5.Juli 18 in Kachowka abends 11 Uhr mit Schiff ab, den Dnjepr-Fluß stromaufwärts und kamen am 6.Juli 18 nachm. 2 Ulhr in Kamenka an.

Auf dem Schiff gab es interessante Bilder und Gruppen. Alles lag durcheinander und schlief auf dem Fußboden. Frauen, Mädchen, Männer, Kinder, Soldaten. Am Tage sah man große wohlgenährte Rinderund Schafherden. Auch schöne Dörfer, dazwischen mal mit ein echtes Russendorf, welches mehr an Rumänien erinnert.
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Juni 1918

Am 6.Juni 18 machten wir eine Dienstreise nach Alechki. Wir fuhren früh 1/ 2 8 in Kachowka ab mit Dampfer nach Cherson, stiegen dort um und ebenfalls mit Schiff nach Alechki. Der Ort war wunderbar. Auch hier spielten wir täglich 2 mal, abends immer von 8-10 Uhr im Park. Das Quartier war hübsch bei Juden. Die Juden sprachen übrigens überall, wo wir waren, deutsch sehr gut. Am 9.Juni spielten wir großes Konzert im Theater mit Ball, (Einnahme ca. 1200 Rubel) desgl. am 11.Juni für die Kameraden (a 30 Kopeken = 300 Rubel Gesamteinnahmen).
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Die Ukraine

Am genannten Tag (11.5.1918) wurden wir mittags 12 Uhr auf den Dampfer verladen und am 1/2 3 Uhr nachm. fuhren wir zum Hafen hinaus. Die Seereise nach Odessa in der Ukraine begann. Jeder bekam eine Schwimmweste, denn die Mienengefahr war noch sehr groß. Ein türkisches Torpedoboot fuhr uns voraus. Continue reading “Die Ukraine” »

Nach Constanza

Am 2.Mai 18 ging es nach Maxin in die Dobrutscha hinein. Wir waren nach Constanza bestimmt. Da keine Lastkähne und Küstenfahrzeuge vorhanden waren, mußte der Harsch durch die Dobrutscha angetreten werden. Wir berührten Cernavoda ehe Maxin erreicht wurde. Maxin war zum Teil zerstört, hat eine sehr schöne Lage an der Donau.
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Vorfriede 1918

Die Tage vergingen mit Gottesdienst und Platzmusiken bis wir am 2.März 18 früh 4 Uhr wieder nach Neu Corbul marschierten und am 8.März 18 nach dem Erdhüttenlager Maxineni. Das Dorf gleichen Namens ist stark verwüstet. Von den etwa 400 Lehmhäusern ist kein einziges mehr unversehrt. Es stehen nur noch die spärlichen Überreste von Wänden.
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