1893 wieder in Hohenstein Ernstthal

So wechselten frohe und auch oft ernstere Streiche einander ab und 1893 kam ich wieder zu meinen Eltern nach Hohenstein-Ernstthal. Mein Vater hatte ein Hausgrundstück in der Lichtensteiner Straße gekauft. Mit den Nachbarskindern Rockstroh ging es im Sommer und Herbst Obst stehlen usw.

Im Winter wurde mancher Schlitten und Rutscher in Trümmern gefahren, an der Kirche herunter, über den Markt hinweg durch das Kaufgässchen.

Lange hatten meine Eltern das Haus scheinbar nicht. Sie pachteten wieder eine Fleischerei in derselben Straße im Hause einer Frau Hempl (oder Hempe ?). Hier erkrankte ich an einer Rückgratzerrung.

Ich mußte meinem Vater jede Woche ein auch zweimal von einem Fleischer, mit dem er zusammen schlachtete, das Fleisch holen in einem Handwagen. Der Weg führte die steile Weinkellerstraße herauf über den Markt. Es waren immer etwa 15 Ztr. Last und für einen Jungen von 9-10 Jahren eine Zumutung. Wenn ich durchgeschwitzt oder vom Regen durchnäßt nach Hause kam, dann mußte ich fast immer 3-4 Ztr. Fleisch zwei, auch dreimal durch einen Fleischwolf mahlen. Daß durch derartige Anstrengung ein Kinderkörper krank werden kann, leuchtet sicher jedermann ein.


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